Low-Code-Plattformen als Brücke…

…zwischen IT- und Fachabteilungen

„Es wächst zusammen, was zusammen gehört…“. Dieser Satz von Willy Brandt gilt heute nach wie vor – vor allem in vielen deutschen Unternehmen. Oder?

Aufgrund des steigenden Bedarfs an Anwendungen gehen Fachabteilungen häufig selbst dazu über, diese ohne Einwirkung  der eigenen IT-Abteilung zu erstellen oder erstellen zu lassen, wenn die IT aufgrund von fehlenden Kapazitäten nicht helfen kann.

Treibt das die IT und die Fachabteilungen auseinander? Oder gibt es einen alternativen Weg, beide Bereiche einander wieder näher zu bringen?

Das Problem ist allzu bekannt: Es gibt derzeit viel zu wenige Fachkräfte auf dem deutschen Markt. Dies zeigt die unten stehende Grafik aus dem IW- Kurzbericht 27/2018.

Entwicklung der unbesetzten Stellen für Fachkräfte 2011-2017

In vielen Vorständen stellen sich zunehmend Fragen:

  • Können wir ohne Spezialisten eine Digitalisierungsstrategie erstellen und implementieren?
    Die Antwort: It depends on… aber eher schwierig!
  • Können wir hochwertige Softwareentwicklung ohne die IT vorantreiben?
    Die Antwort: Sehr schwierig!
  • Können und sollen Fachabteilungen ihre Anwendungen zukünftig selbst erstellen?
    Die Antwort: Quasi unmöglich!

Wie würden die Antworten aussehen, wenn man für diese Prozesse nicht explizit auf spezialisierte Fachkräfte angewiesen wäre?

Anwendungserstellung für (fast) alle ermöglichen

Diese Situation fördert eine interessante Entwicklung zutage: Da Fachabteilungen wie eingangs erwähnt immer mehr Anwendungen brauchen, es aber nicht genügend Personal in der IT gibt, um diese zu entwickeln, kümmern sich die „Betroffenen“ zusehends selbst um das Problem.

Und zwar mit Low-Code-Plattformen.

Diese ermöglichen es mit einer grafischen Benutzeroberfläche und Drag&Drop-Funktionen, eigene Anwendungen mit nur wenig Programmcode zu erstellen. Man muss also kein Experte sein. Das kann (fast) jeder lernen!

(Mehr Informationen zu deren Funktionsweisen und Vorteilen sind hier zu finden.)

Bridge over troubled water

Das Schöne an Low-Code-Plattformen ist, dass sie die Zusammenarbeit im Unternehmen fördern. Sie sorgen für einen reibungsloseren Ablauf bei der Applikationserstellung und führen sicher über stürmisches Wasser (Simon and Garfunkel lassen grüßen).

Bislang wurden Anwendungen häufig zu aufwändig und somit zu langwierig umgesetzt. Das Ergebnis war aufgrund von Ressourcenmangel oftmals qualitativ nicht zufriedenstellend für die Anwender, da gewünschte Funktionen fehlten oder auch Qualitätstests nicht gründlich genug durchgeführt wurden.

Die in diesem Zusammenhang vielfach geäußerte Befürchtung, dass Low-Code-Plattformen zu „Schatten“-IT und Kontrollverlust führen, lässt sich leicht widerlegen:

Low-Code hat vielmehr eine Brückenfunktion zwischen den genannten Abteilungen, weil die Fachabteilungen auf diese Weise eigene Applikationen erstellen können, ohne dafür auf die IT angewiesen zu sein.

Entwickeln gut bürgerlich

An diesem Punkt kommen die sogenannten „Citizen Developer“ ins Spiel. Das sind technisch versierte Mitarbeiter mit ein wenig IT-Background (Webentwicklung o.ä.), die – mitunter nach entsprechender Schulung – eigene Anwendungen bauen können. (Bei Siemens-Division Process Industries and Drives am Standort Nürnberg konnten die ausgewählten Mitarbeiter bereits nach einem Tag erste kleinere Anwendungen mit unserer Low-Code-Plattform Simplifier erstellen. Mehr dazu hier!).

Sie fungieren als eine Art “verlängerte Werkbank der IT“, wobei die Low-Code-Plattform die Brücke zwischen den Fachbereichen und der IT bildet.

Damit auf der Werkbank aber nach gleichen Regeln gefertigt wird, wie sie von der IT vorgesehen werden, muss die IT weiterhin unterstützen. Sie muss die Applikationen „kontrollieren“ und in die offizielle Systemlandschaft des Unternehmens einbinden. Zudem stellt sie die Plattformen bereit.

All dies bringt einen ganz wichtigen Vorteil mit sich: Mitarbeiter, die kreative Ideen zur Verbesserung des Workflows in ihren Abteilungen haben, können mit eingebunden werden. Andererseits haben die Profis alles im Blick, ohne sich um die Details kümmern zu müssen. Darüber hinaus sind Anpassungen jederzeit ohne große Aufwände seitens der IT möglich.

Fazit

IT und Fachabteilungen müssen sich gegenseitig bedingen, wenn die Anwendungserstellung in Zeiten von knappen Entwickler-Ressourcen gut funktionieren soll.

Die Fachabteilungen können sich selbst helfen. Die IT leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Low-Code-Plattformen führen beide Seiten also durch eine Brückenfunktion zusammen.

Nur wenn beide Seiten zusammenwirken, kann ein hervorragendes Ergebnis entstehen.

Oder, um es mit den Worten des US-Präsidenten Abraham Lincoln zu sagen: „Ein in sich gespaltenes Haus kann keinen Bestand haben“.


Wenn Sie noch mehr über das Thema Low-Code-Plattformen wissen möchten, kontaktieren Sie uns!

2019-09-02T17:41:31+01:0028.08.2019|Kategorien: Blog, Low-Code|Tags: , , , , , , |